 Trügerischer Schutz bei Impfung!
„Hunde, die durch Impfung vor Zecken-Borreliose geschützt sind, können sich nach Herzenslust in der Natur bewegen und austoben...", dies ist ein verhängnisvoller Irrtum! Die Impfung wiegt den
Besitzer nur in einer Scheinsicherheit!
Die Gruppe der Borellien (Borrelia burgdorferi sensu lato) besitzt mehrere, sich genetisch unterscheidende Untergruppen:
- Borrelia burgdorferi sensu stricto
- Borrelia garinii
- Borrelia afzelii
- VS 116
in den USA findet man hauptsächlich Borrelia b. sensu stricto, in Europa dagegen auch die
Untergruppen in den übertragenden Zecken! Die Borrelienuntergruppen sind auch für unterschiedliche Symptomen-Komplexe am Hund verantwortlich.
Die Sensu siricto-Gruppe für Entzündungen an Gelenken (Organtropismus zum Bewegungsapparat), die garinii-Gruppe für Neuroborreliose mit Ausbreitung der Borrelien im ganzen Körper (Befall von Nieren. Herz und Nervengewebe möglich), die afzelii-Gruppe für eine Anreicherung der Borrelien in der Haut (Erythema migrans – Wanderröte, Acrodermatitis chronica - Haut pergamentartig verändert).
Die Borrelien-Untergruppen unterscheiden sich nicht nur genetisch, sondern sie erzeugen im Körper auch unterschiedliche Immunantwort!
Empfehlung aus „Deutscher Impfkodex für die Kleintierpraxis", ausgearbeitet von der Fachgruppe Kleintierpraxis, mit führenden Infektionsmedizinern, aus „Kleintiermedizin" Heft Januar/Februar 2006:
Der Impfstoff enthält ausschließlich die Spezies Borrelia burgdorferi sensu stricto. In Deutschland gibt es zudem andere Borrelienspezies, gegen die bisher keine nachweisbare schützende Kreuzimmunität induziert werden kann. Eine generelle Wirksamkeit der Impfung kann nicht erwartet werden. Die Zeckenprophylaxe ist deshalb einer Impfung vorzuziehen.
Man tut also gut, seinen Hund konsequent vor Zecken zu schützen!
Es empfiehlt sich eine Fellkontrolle mit Absammeln von Zecken nach Spaziergängen in Feld- und Buschgebieten sowie eine Spoton-Behandlung mit kompetenten Antiparasitika! Diese werden 1mal pro Monat auf die Haut im oberen Hals-Nackenbereich appliziert.
Mit freundlichen Grüßen
Tierarztpraxis R. Metzner
Dr. Frauke Hinsch
Quelle: "Der Terrier", Mai 2006
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