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Ein neuer Kerry  |
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Welpenerziehung  |
Lernen von "Kindheit" an
In der Regel kommt der Welpe im Alter von acht Wochen zu uns. Er ist klein und niedlich und
sieht uns mit seinen großen Hundeaugen vertrauensvoll an. Und so ein Winzling soll erzogen
werden? Dazu ist er noch viel zu klein und unschuldig! Irrtum!
Der Welpe ist in seinen ersten Lebenswochen so lernfähig wie später nie mehr. Sein Gehirn ist wie ein Schwamm, der alles aufsaugt.
Hier und jetzt wird die Grundlage für eine spätere problemfreie Mensch-Hund-Umwelt-Beziehung gelegt! Diese Zeit darf nicht ungenutzt verstreichen. Für uns ist es selbstverständlich, dass ein Welpe innerhalb kürzester Zeit lernt, stubenrein zu werden. Warum soll er dann nicht fähig sein zu begreifen, was z.B. Sitz oder Platz, Komm, Aus, Nein usw. ist?
Spielerisch lässt man diese Begriffe immer wieder täglich bei passender Gelegenheit einfliesen. Macht der Welpe z.B. anstalten sich zu setzen, lobt man ihn berschwänglich, sobald er mit seinem Hinterteil den Boden berührt. Dieses Lob muss sofort (das heißt innerhalb von max. 1 bis 2 Sekunden) kommen, um beim Welpen eine Verknüpfung seines Verhaltens mit unserem Lob zu erreichen. Auf diese Weise lernen unsere Hunde!
Auch sollte man jede Übung möglichst mit einem Erfolgserlebnis für den Welpen abschließen, also dem Welpen etwas abverlangen was er schon kann und ihn dann ausgiebig loben.
Wichtig sind einfache, verständliche, kurze Kommandos wie z.B. „Platz“ und nicht „mach' mal Platz“. Der Welpe ist nicht fähig den Inhalt unserer Worte zu verstehen, er lernt jedoch mit der Zeit unseren Tonfall und unsere Stimmung zu interpretieren und mit bestimmten Situationen zu verknüpfen.
Einer der wichtigsten Befehle ist das heran rufen. Diesen sollte man im ersten Lebensjahr generell mit einem Leckerchen belohnen um ein absolut zuverlässiges Befolgen in allen Situationen zu erreichen. Schließlich hängt hiervon ab, wie viel Freiheit man seinem erwachsenen Hund später einräumen kann. Einen Welpen ruft man anfangs nur dann zu sich heran, wenn man sicher ist, dass er den Befehl befolgt, d.h. man versucht erst gar nicht, ihn z.B. aus dem Spiel mit einem anderen Welpen abzurufen. Hier ist das Üben an einer 5 m oder 10 m Leine sehr hilfreich, mit der man ihn notfalls zu sich heranholen kann.
Weitere Übungen, die man unbedingt jetzt schon dem Welpen nahe bringen sollte, sind Leinenführigkeit, verschiedenste Körperpflegemaßnahmen, das Alleinbleiben, das Kommando „bleib“ oder „warte“ und vieles mehr. Auch sollte man ihn schon jetzt mit den verschiedensten Spiel-/Sportgeräten vertraut machen. Spielerisch und ohne Probleme bewältigt ein Welpe z.B. eine kleine Wippe oder einen flachen Steg oder das Laufen durch einen Tunnel. Wird er dann dafür noch ausgiebig gelobt, kann man ihm den Stolz geradezu ansehen.
All diese Übungen sind die beste Vorbereitung für eine spätere sportliche Betätigung mit dem erwachsenen Hund.
Besonders förderlich für den Welpen sind auch geeignete Beschäftigungs-Denkspiele oder das Beibringen von einfachen Tricks. Es ist erstaunlich, welch hohe Auffassungsgabe Welpen schon haben und wie schnell sie Lösungswege erkennen. Wer seinen Welpen jetzt geistig intensiv fordert, hat später einen Hund, der wesentlich aufnahme- und lernfähiger ist.
Ganz entscheidend in den ersten Lebensmonaten ist ferner eine gute Umweltsozialisierung. Der Welpe steht fremden Reizen und Situationen völlig unbefangen und neutral gegenüber. Was er jetzt kennen lernt, ist für ihn später vertraut und normal. Das heißt, man führt gezielt möglichst viele positive Begegnungen mit allen denkbaren Situationen herbei wie z.B. Stadtverkehr, Autofahren, Tierarzt, Jogger, Tierpark/Weidevieh, diverse Geräusche vom Staubsauger bis Silvesterknaller usw.. Natürlich muss dies alles sehr behutsam und ohne Überforderung für den Welpen ablaufen. Ein Muss ist auch der regelmäßige Besuch einer guten Welpenspielstunde. Hier lernt der Welpe das so wichtige Sozialverhalten gemeinsam mit Gleichaltrigen. Zusätzlich sollte man ihm die Möglichkeit geben viele fremde erwachsene „nette“ Hunde kennen zu lernen. Nur so wird er sicher im Umgang mit Seinesgleichen werden.
Der alles entscheidende Punkt in der Erziehung ist die Konsequenz - immer und in allen Situationen! Ein Welpe wird völlig verunsichert, wenn er z.B. heute etwas darf, was morgen dann bestraft wird. Je inkonsequenter unser Verhalten dem Welpen gegenüber ist, desto mehr wird er verunsichert und desto öfter wird er versuchen, seinen eigenen Kopf durchzusetzen.
Es ist ein Fehler, Welpen zu unterschätzen. Sie überprüfen ständig, ob man etwas wirklich ernst meint. Sie kennen unsere Stärken und Schwächen, unsere Gutmütigkeit und Bequemlichkeit und sie wissen diese meisterhaft für sich zu nutzen. Alles in allem haben wir die Verpflichtung, uns die notwendige Zeit zu nehmen und damit unserem Welpen die Möglichkeit einzuräumen sich zu einem umweltsicheren, ausgeglichenen Hund zu entwickeln. Denken wir immer daran, der Welpe hat sich uns nicht ausgesucht sondern wir ihn! Haben wir die nötige Geduld und das Einfühlungsvermögen, so wird er zu einem geschätzten Familienmitglied heranwachsen. -kg-
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